Zugegeben, die Frage ist etwas sarkastisch gemeint, dennoch ist man hin und wieder versucht, sich die Auseinandersetzung mit Zielen einfach zu machen. Macht die Planung von Jahreszielen noch Sinn? Mittel- und langfristige Planungen in Unternehmen sind schwieriger geworden. Nicht nur – hoffentlich vorübergehende – Phänomene wie Viren bringen vermehrt Herausforderungen mit sich, sondern auch unser Leben in der VUCA-Welt. VUCA steht als Akronym für “volatility”, “uncertainty”, “complexity” und “ambiguity” also für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit – alles Merkmale unserer modernen Arbeitswelt.

Diese Faktoren machen das Entwickeln von guten Plänen und den damit verbundenen Zielen herausfordernder. Und auch wichtiger! Sie geben eine Richtung vor, sind ein Kompass in stürmischen Zeiten und legen den Grundstein für deinen Erfolg.

Dank Peter Drucker haben wir folgendes gut gelernt: Ziele sollen SMART formuliert sein – also specific, measurable, achievable, reasonable, time-bound. Aber ist es mit «spezifisch, messbar, akzeptiert/attraktiv (da scheiden sich die Geister), realistisch und terminiert formulierten Zielen schon getan? Nach meiner Erfahrung können SMARTE Ziele nicht den maximalen Erfolg bringen, wenn nicht im Vorfeld schon einiges dafür getan bzw. ein fruchtbarer Boden für den Erfolg von Zielen geschaffen wird oder wurde.

Meines Erachtens braucht es bis zur Entwicklung von Zielen, die auch beherzt und ambitioniert verfolgt werden können, um diese dann letztendlich auch zu erreichen, schon einiges vorab: 

Information und Kommunikation

Das Unternehmen und damit alle verantwortlichen Teamleader*innen schaffen ein Umfeld, das es dem jeweiligen Team oder dem einzelnen Teammitglied ermöglicht, ausgewogene und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig stärkt eine offene Kommunikation das Vertrauen und vermittelt Verantwortungsbewusstsein. Nach wie vor wird oftmals noch – ob bewusst oder unbewusst – der Grundsatz „Wissen ist Macht“ gelebt und Informationen nicht weitergegeben. Auf lange Sicht verringert dieser Grundsatz die Dialogbereitschaft, fördert Silodenken und nimmt dem Unternehmen Mobilität.

Der Zweck heiligt die Mittel

Eines sei klar gesagt, der Zweck heiligt nicht immer die Mittel!

Vielmehr schafft der Zweck, welcher hinter allem steht, eine Berechtigung und einen Anker. Wenn eine Unternehmensvision nicht nur durch an die Wand gehängte Plakate gut sichtbar ist, sondern auch gelebt werden kann, entsteht in Menschen das Gefühl richtig zu liegen und richtig zu handeln. Wiederum liegt es an jedem einzelnen im Unternehmen – egal an welcher Position – die gemeinsame Vision und den eigenen Zweck zu kennen, zu unterstützen, zu verfolgen, zu ermöglichen und zu fördern. Und das tagtäglich. Dennoch ist wohl unbestritten, dass auch hier das Vorangehen von bestimmten Personen ein Schlüssel zum Erfolg ist.

Kurzfristig kann man den Zweck hin und wieder aus den Augen verlieren, weil man zum Bespiel hinter den Erwartungen zurück liegt und die Shareholder oder die Unternehmensleitung nervös werden. Ein kurzfristiges Abweichen kann auf den ersten Blick möglicherweise Sinn machen. Allerdings sollte man die langfristigen Auswirkungen ebenso genau im Blick haben und diese können fatal sein. Hochmotivierte Mitarbeiter*innen, die gemeinsam hinter etwas stehen, erreichen viel mehr als Mitarbeiter*innen, die einfach tun was zu tun ist und zu Erfüllungsgehilf*innen gemacht werden.

Lernen möglich machen

Das Zitat wird „Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne“ wird Nelson Mandela nachgesagt, wobei sich diese Einstellung auch Fußballtrainer, die US Navy Seals und viele andere zu Nutze machen. Außerordentliche Unternehmen haben immer ein offenes Ohr und ein wachsames Auge was es braucht, um zu lernen und dadurch die Leistung zu steigern. Trainings, Kurse, Lernsysteme sind eine tragende Säule und spiegeln betriebliches Lernen wider. Top-Unternehmen fördern und unterstützen darüber hinaus individuelles Lernen bspw. mit gezieltem Coaching oder Mentorship und schaffen dadurch eine weitere Säule. Individuelles Lernen schafft einen fruchtbaren Boden für Innovationsgeist, Kreativität, Motivation und für vieles mehr.

Systeme und Strukturen als Stärken

Systeme, Strukturen und Prozesse sollten darauf ausgerichtet sein, eine Unternehmensvision zu unterstützen und die damit verbundenen Ziele zu erreichen. Theoretisch – manchmal „entschleunigen“ diese auch, wo eben nicht entschleunigt werden sollte. Praktisch ist das nicht immer ganz einfach, denn Systeme, Strukturen und Prozesse werden nicht immer ganz so flott adaptiert und angepasst, wie es das Business erfordern würde. Man sagt „never change a winning team“. Bei Systemen, Strukturen oder Prozessen könnte man es ähnlich sehen. Regelmäßige Checks, ob es bessere Systeme mit mehr Wert oder beständigerem Wert gibt, eine regelmäßige Evaluierung und mutige Entscheidungen in Richtung Verschlankung sind für alle Beteiligten ein Gewinn. Manchmal ist die Zeit für einen Change gekommen.

Die genannten Punkte haben wir als Einzelperson nicht immer in der Hand, um in einer VUCA-Welt den Job optimal machen zu können. Das mag stimmen. Allerdings kann jeder von uns Feedback geben, sowie Verbesserungsvorschläge oder Lösungsvorschläge bringen. Einem sinnvollen Verbesserungsvorschlag bzw. einem innovativen Lösungsvorschlag wird sich wohl kaum ein Unternehmen verschließen. Das ist der wachsame Blick gefolgt von Energie, die jeder in das Unternehmen richten kann – ja sogar muss. 

Wenn es im Unternehmen dann noch ein gelebtes und geteiltes Verantwortungsbewusstsein gibt und die Unternehmensführung authentisch voran geht, dann ist man auf einem guten Weg. 

Mit meinen Klient*innen gehe ich noch einen Schritt weiter. Wir richten auch stark einen Blick nach innen – in den Menschen selbst und richten so einen intensiven Blick in die Einzelperson. Wir reflektierten die aktuelle Situation und überlegen an welcher Schraube man drehen kann. Bei der Entwicklung von Zielen sind wir beispielsweise dazu übergegangen, nicht nur „Businessgoals“ zu entwickeln und zu fixieren, sondern wir definieren auch Ziele für andere Bereiche außerhalb vom „Business“. Denn was helfen Businessgoals, wenn sie eine Schieflage im persönlichen System schaffen – es geht um Balance, wenn man sein eigenes persönliches System optimal am Laufen halten und das Beste sowohl im Leben als auch im Job erreichen will.

Also lasst die Planung beginnen, denn folgendes Motto hat Bestand:
Setze dir Ziele, sonst macht es ein anderer für dich.

Willst Du wissen, ob wir zusammenpassen?
Wie ich Dich unterstützen kann, den nächsten Schritt für Dich zu definieren?
Dann ruf mich jetzt an unter +43 664 35 190 44 oder schreib mir an office@cornelia-moser.com .

Gemeinsam finden wir Schritt für Schritt den Weg zu Deinem Ziel!